
Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner – was auf eine Betriebswebsite gehört
Von Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT
Autorprofil ansehen
Rechtstexte sind der Teil einer Website, den niemand freiwillig anfasst – und der gleichzeitig am häufigsten Ärger macht, weil Abmahnungen genau dort ansetzen, wo es leicht nachprüfbar ist. Dieser Beitrag ordnet, was Pflicht ist und was nicht. Er ersetzt keine Rechtsberatung; im Zweifel gehört das zu jemandem, der dafür haftet.
Impressum: nicht verhandelbar
Jede geschäftsmäßige Website in Deutschland braucht eine Anbieterkennzeichnung – umgangssprachlich Impressum, geregelt im Digitale-Dienste-Gesetz. Hinein gehören je nach Rechtsform unter anderem:
- Name und Anschrift, bei Gesellschaften mit Vertretungsberechtigten
- Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adresse
- Registergericht und Registernummer, sofern eingetragen
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, sofern vorhanden
- bei zulassungspflichtigen Berufen Angaben zur Kammer und Berufsbezeichnung
Die häufigsten Fehler, die wir sehen: Das Impressum ist über ein Kontaktformular statt direkt erreichbar, es fehlt die E-Mail-Adresse, oder es ist von Unterseiten aus nicht verlinkt. Faustregel: zwei Klicks von jeder Seite aus, und der Link heißt „Impressum“ – nicht „Rechtliches“ oder „Kontakt“.
Datenschutzerklärung: passend zu dem, was du tatsächlich tust
Eine Datenschutzerklärung ist Pflicht, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden – und das beginnt bereits beim Aufruf der Seite, weil dabei die IP-Adresse übertragen wird. Entscheidend ist, dass sie beschreibt, was auf deiner Seite passiert.
Genau daran scheitern Generatoren-Texte: Sie erwähnen Dienste, die gar nicht eingebunden sind, und verschweigen die, die es sind. Eine Erklärung, die Analysewerkzeuge beschreibt, die du nicht nutzt, ist genauso falsch wie eine, die dein Kontaktformular nicht erwähnt.
Dazu gehört auch der Auftragsverarbeitungsvertrag mit deinem Hoster. Der wird regelmäßig vergessen und ist im Streitfall eine der ersten Fragen.
Cookie-Banner: oft selbst gemacht
Hier ist die überraschendste Nachricht für viele Betriebe: Ein Cookie-Banner ist keine allgemeine Pflicht. Eine Einwilligung brauchst du für Zugriffe auf Endgeräte, die für den Dienst nicht unbedingt erforderlich sind – also für Marketing-Pixel, eingebettete Videos externer Anbieter, Kartendienste, die beim Laden Daten übertragen, und Analysewerkzeuge, die mehr tun als anonym zu zählen.
Eine schlanke Website ohne solche Einbindungen braucht kein Banner. Wer eines sieht, hat sich meistens vorher etwas eingebaut, das eines nötig macht.
Was ein Banner, wenn es denn nötig ist, leisten muss: Ablehnen genauso einfach wie Zustimmen, kein vorangekreuztes Kästchen, und nichts darf laden, bevor zugestimmt wurde. Ein Banner, das nur informiert und dessen Skripte längst laufen, ist schlimmer als keines – es dokumentiert den Verstoß.
Was wir in der Praxis am häufigsten finden
- Eine Karte ist direkt eingebettet und lädt sofort beim Seitenaufruf.
- Ein Schriftartendienst wird von einem fremden Server nachgeladen, statt die Schriften lokal auszuliefern.
- Das Kontaktformular verschickt unverschlüsselt oder speichert Eingaben irgendwo mit, ohne dass es jemand weiß.
- Die Datenschutzerklärung stammt aus einem Generator von 2021 und ist seitdem unverändert.
- Social-Media-Buttons, die direkt eingebunden sind und beim Laden Daten übertragen.
Alle fünf sind vermeidbar und keine großen Umbauten. Man muss nur einmal nachschauen.
Warum das kein Projekt, sondern eine Aufgabe ist
Gesetze und Auslegungen ändern sich, Dienste ändern ihr Verhalten, und ein eingebundenes Werkzeug von heute kann nächstes Jahr eine Einwilligung nötig machen. Eine Website, die vor drei Jahren sauber war, ist es heute möglicherweise nicht mehr – ohne dass jemand etwas verändert hätte.
Deshalb steckt bei uns die Pflege der Rechtstexte im Monatspreis und wird nicht als Projekt abgerechnet. Was zu den Paketen gehört, steht dort offen.
Kurz gesagt
Impressum: immer. Datenschutzerklärung: immer, und passend zu dem, was tatsächlich läuft. Cookie-Banner: nur wenn du etwas einbindest, das eines erfordert – und dann richtig. Wer unsicher ist, ob die eigene Seite sauber ist: Schick uns den Link, wir schauen einmal drüber und sagen dir, was auffällt. Melde dich einfach.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise aus unserer Praxis wieder und ist keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Fall wende dich an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Über den Autor
Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT. Seit über 25 Jahren in IT, E-Commerce und Prozessen zu Hause.
Autorprofil ansehen
Lass uns quatschen
Kein Verkauf, kein Druck, einfach ein Gespräch unter Wegbegleitern – versprochen. Schreib uns einfach, wo du gerade stehst, und wir melden uns zeitnah zurück.