Junge Setzlinge in Anzuchtschalen in einem Gewächshaus

Social Media für kleine Betriebe wie viel ist wirklich nötig?

Von Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT

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Junge Setzlinge in Anzuchtschalen in einem Gewächshaus

Kaum ein Thema erzeugt bei kleinen Betrieben so viel schlechtes Gewissen wie Social Media. Man müsste mal wieder. Man hat seit sechs Wochen nichts gepostet. Der Mitbewerber macht Videos. Diesen Druck kann man deutlich reduzieren, wenn man ein paar Dinge nüchtern betrachtet.

Zuerst: Social Media ersetzt keine Website

Ein Profil in einem sozialen Netzwerk gehört dir nicht. Die Reichweite bestimmt die Plattform, die Regeln ändern sich ohne Ankündigung, und ein gesperrtes Konto ist von einem Tag auf den anderen weg – samt aller Inhalte und Kontakte.

Social Media bringt durchaus neue Kundschaft – über Empfehlungen, geteilte Beiträge, den Suchbereich der Plattformen und schlicht dadurch, dass jemand etwas Schönes sieht und hängen bleibt. Für manche Betriebe ist es sogar der stärkste Kanal überhaupt. Das ist nicht die Frage.

Die Frage ist, wo diese Leute danach landen. Wer über einen Beitrag auf dich aufmerksam wird, sucht als Nächstes nach Öffnungszeiten, Anfahrt, Preisen, Verfügbarkeit – und will das nicht aus dreißig Beiträgen zusammensuchen. Dazu kommt, dass Google Inhalte aus sozialen Netzwerken nur eingeschränkt auswertet: Wer nach „Hofladen in der Nähe“ sucht, landet bei Websites und Karten.

Beides zusammen ergibt die Reihenfolge: erst eine Website, die dir gehört und auf der alles Wichtige steht, dann Kanäle, die Aufmerksamkeit erzeugen und dorthin führen. Umgekehrt verschenkst du einen Teil dessen, was Social Media dir einbringt.

Ein Kanal, nicht fünf

Der häufigste Fehler ist Breite statt Tiefe: Ein Profil bei Instagram, eines bei Facebook, dazu noch TikTok, weil alle davon reden – und alle drei verwaist.

Drei tote Profile schaden mehr als eines, das lebt. Wer auf ein Profil stößt, dessen letzter Beitrag anderthalb Jahre alt ist, schließt daraus nicht „die posten halt nicht“, sondern „gibt es die noch?“.

Für unsere Kundschaft heißt das in der Regel: ein Kanal, dort wo die eigene Zielgruppe ohnehin ist. Für Hofläden, Gärtnereien und Ferienhöfe ist das meistens Instagram, für ältere Stammkundschaft im ländlichen Raum oft weiterhin Facebook. Die anderen Profile darf man ruhig löschen oder mit einem klaren Hinweis auf den aktiven Kanal stehen lassen.

Wie oft ist realistisch?

Nicht täglich. Eine ehrliche Untergrenze, damit ein Profil lebendig wirkt, liegt bei einem bis zwei Beiträgen pro Woche. Das reicht für den Zweck, den ein kleiner Betrieb verfolgt: dass Menschen sehen, dass es dich gibt, dass du arbeitest und was gerade da ist.

Wichtiger als die Zahl ist die Verlässlichkeit. Zwei Beiträge pro Woche über ein Jahr sind wertvoller als drei Wochen mit täglichen Posts und danach Stille.

Woran man Erfolg misst – und woran nicht

Follower sind die am leichtesten zu zählende und am wenigsten aussagekräftige Zahl. Tausend Follower aus dem ganzen Bundesgebiet bringen einem Hofladen im Kreis Herford ungefähr nichts.

Sinnvoller ist:

  • Wie viele Menschen aus deiner Umgebung sehen die Beiträge?
  • Wie oft wird auf den Link zur Website geklickt?
  • Wie oft erwähnt jemand am Telefon oder im Laden, dass er etwas gesehen hat?

Der letzte Punkt klingt unwissenschaftlich, ist aber für einen lokalen Betrieb oft die ehrlichste Rückmeldung.

Was Betriebe wirklich aufhält

Nicht die fehlenden Ideen – die liefert der Arbeitsalltag im Überfluss. Es scheitert am Übersetzen: aus einem Handyfoto einen Beitrag machen, der einen Anfang, einen Punkt und einen Grund zum Hinschauen hat. Und daran, dass es im Kalender steht, auch in der Hochsaison.

Genau dieser Teil ist unser Social-Media-Service: Du schickst Fotos, wenn du welche hast; wir schreiben, planen und veröffentlichen. Wenn nichts kommt, greifen wir auf saisonale Themen zurück, die ohnehin vorbereitet sind – der Kalender läuft weiter, auch wenn bei dir gerade Ernte ist.

Kurz gesagt

Ein Kanal, ein bis zwei Beiträge pro Woche, gemessen an lokaler Reichweite statt an Followern – und immer mit einem Link auf die eigene Website, die dir gehört. Alles darüber hinaus ist eine Entscheidung, keine Pflicht.

Was in deiner Branche funktioniert, steht auf den Branchenseiten.

Über den Autor

Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT. Seit über 25 Jahren in IT, E-Commerce und Prozessen zu Hause.

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Freundlicher Ansprechpartner mit Kaffeetasse und Telefon auf einer Gartenbank

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