
Warum eine langsame Website Anfragen kostet – und woran es meistens liegt
Von Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT
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Stell dir die typische Situation vor: Jemand steht am Straßenrand, hat zwei Balken Empfang und sucht, ob dein Hofladen heute geöffnet hat. Deine Seite braucht sechs Sekunden. Diese Person ist längst weg – nicht weil ihr die Seite nicht gefallen hätte, sondern weil sie sie nie gesehen hat.
Ladezeit ist der unsichtbarste Teil einer Website und einer der wirksamsten.
Was langsam eigentlich heißt
Nicht wie lange die Seite braucht, bis sie komplett fertig ist – sondern wie lange es dauert, bis jemand etwas Nützliches sieht und benutzen kann. Als grobe Orientierung: Unter zwei Sekunden bis zum sichtbaren Hauptinhalt ist gut, über vier Sekunden verlierst du messbar Leute.
Wichtig ist, wo du das misst. Auf dem Rechner im Büro mit Glasfaser ist fast jede Seite schnell. Entscheidend ist das Mobilfunknetz auf dem Land – also genau die Bedingung, unter der deine Kundschaft dich tatsächlich sucht.
Die häufigste Ursache: Bilder
In neun von zehn Fällen, die wir uns ansehen, sind es die Bilder. Genauer: das Foto direkt aus der Handykamera, das mit fünf Megabyte hochgeladen und im Browser einfach kleiner dargestellt wird. Der Besucher lädt trotzdem die vollen fünf Megabyte.
Was stattdessen passieren muss:
- Passende Größe. Ein Bild, das 800 Pixel breit angezeigt wird, muss keine 4.000 Pixel haben.
- Moderne Formate. Dieselbe Aufnahme in einem aktuellen Format ist bei gleicher Qualität oft ein Bruchteil so groß.
- Mehrere Größen ausliefern. Das Handy bekommt eine kleinere Fassung als der große Bildschirm.
- Nachladen, was noch nicht sichtbar ist. Bilder weiter unten laden erst, wenn jemand dorthin scrollt.
Das ist Handwerk, keine Kunst – aber es passiert nicht von allein und ein Baukasten macht es nur teilweise. Genau deshalb sagen wir: Fotos schicken reicht nicht; sie müssen aufbereitet und richtig eingebunden werden.
Die zweite Ursache: fremde Einbindungen
Jedes Element von einem fremden Server ist ein zusätzlicher Halt auf dem Weg zur fertigen Seite: eingebettete Karten, Videos, Schriftarten von externen Diensten, Buttons sozialer Netzwerke, Chat-Fenster, Statistikwerkzeuge. Fünf solcher Einbindungen bemerkt man einzeln kaum und zusammen deutlich.
Der angenehme Nebeneffekt beim Aufräumen: Fast alles, was die Seite langsam macht, ist gleichzeitig das, was datenschutzrechtlich Aufwand erzeugt. Wer externe Schriftarten lokal ausliefert und die Karte erst auf Klick lädt, wird schneller und kommt mit weniger Einwilligungen aus.
Was Ladezeit mit Sichtbarkeit zu tun hat
Google bewertet Nutzererfahrung als einen von vielen Faktoren, und Ladegeschwindigkeit gehört dazu. Man sollte den Effekt nicht überschätzen – eine schnelle Seite mit dünnem Inhalt gewinnt gegen keine langsame Seite mit gutem Inhalt. Aber bei zwei ansonsten vergleichbaren Betriebsseiten ist es ein Unterschied, und im lokalen Wettbewerb sind die Seiten oft vergleichbar.
Der größere Effekt ist ohnehin der direkte: Leute, die bleiben, statt wegzuklicken.
Was du selbst prüfen kannst
Ruf deine Seite auf dem Handy auf, ohne WLAN, am besten unterwegs. Zähl innerlich mit. Wenn du bis vier kommst, bevor du etwas Sinnvolles siehst, gibt es etwas zu tun.
Für eine Zahl statt eines Gefühls gibt es kostenlose Messwerkzeuge im Netz – mit dem Hinweis, dass eine einzelne Messung schwankt und man nicht jeden Punktwert ernst nehmen sollte. Was zählt, ist die Größenordnung und ob sich etwas verbessert.
Kurz gesagt
Die meisten Betriebswebsites sind nicht langsam, weil sie schlecht gebaut sind, sondern weil unbearbeitete Bilder und ein paar bequeme Einbindungen sich summiert haben. Beides ist behebbar, ohne die Seite neu zu bauen.
Bei uns gehört das zur laufenden Website-Betreuung: Bilder werden bei jedem Einbau aufbereitet, und wir prüfen regelmäßig nach, statt es einmal beim Livegang zu messen und dann zu vergessen.
Über den Autor
Andreas Warntjes, Gründer der Nicer Nature GmbH und von NINAT. Seit über 25 Jahren in IT, E-Commerce und Prozessen zu Hause.
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